Lehrstuhl für BWL, insbesondere Sustainability Management

Sommersemester 2016

Im Sommersemester 2016 führte der Lehrstuhl für Sustainability Management ein Service-Learning-Projekt mit dem Projektpartner Fairness Kaufhaus  durch. Das soziale fairness-Kaufhaus gehört zur LEBENSWERK-Genossenschaft. Es ist ein Sozialkaufhaus, das darüber hinaus auch Projekte wie das Flüchtlingscafé unterstützt. Das fairness-Kaufhaus Kaiserslautern wurde 2014 eröffnet. Jeder Mitarbeitende kann auch Mitglied der Genossenschaft werden. Bei dem fairness-Kaufhaus sind 15 Hauptamtliche beschäftigt, von denen 40 % unter einer psychischen Erkrankung leiden. Das fairness-Kaufhaus kann daher als ein Integrationsbetrieb bezeichnet werden, jedoch ohne offizielle Anerkennung durch das Land Rheinland-Pfalz, was den Weg zu einigen Finanzierungstöpfen versperrt. Das Kaufhaus wird getragen durch Spenden jeglicher Art – VON den Bürgern, FÜR die Bürger. Gut erhaltene Artikel des Lebens können dort gespendet werden. Diese werden für einen sehr geringen Betrag weiterverkauft. Der Verkaufserlös dient zur Deckung aller anfallenden Kosten.

Das fairness-Kaufhaus verfolgt sozialpolitische, arbeitsmarktpolitische, wirtschaftspolitische und umweltpolitische Ziele. Auf sozialpolitischer Ebene möchte das fairness-Kaufhaus eine diskriminierungsfreie und würdevolle Einkaufsmöglichkeit für Menschen ohne eigenes oder mit geringem Einkommen sein, als Treffpunkt im Wohnviertel fungieren, Kontaktmöglichkeiten zu Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten bieten und Menschen mit Behinderungen eine Beschäftigung ermöglichen, sodass sie ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen können und ihre eigenen Fähigkeiten wertschätzen, auch wenn diese begrenzt sind. Arbeitsmarktpolitisch geht es dem fairness-Kaufhaus um die Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen sowie geförderte, sogenannte „Nischenarbeitsplätze“. Darüber hinaus werden zusätzliche Maßnahmen für Personen mit besonderen Voraussetzungen (Stabilisierung und Tagesstruktur als Voraussetzungen für den Arbeitsmarkt) angeboten. Wirtschaftspolitisch möchte das fairness-Kaufhaus dabei helfen, dass die breite Masse ihre Bedürfnisse befriedigen kann. Hierbei geht es um Wertschöpfung aus gebrauchten Gegenständen und nachhaltiges Wirtschaften, wodurch Gegenstände eine längere Nutzungsdauer haben. Dadurch wird Müll vermindert und Ressourcen werden geschont, was wiederum umweltpolitisch relevant ist.

 

Eine der beiden Service-Learning-Gruppen befasste sich mit der Berechnung des Social Return on Investment für das fairness-Kaufhaus. Das fairness Kaufhaus ist ein wichtiger gesellschaftlicher Bestandteil für die Stadt Kaiserslautern und die Region. Bisher wurden das Engagement und der gestiftete Mehrwert nicht ausreichend sichtbar. Der Social Return on Investment stellt potenziell eine gute Möglichkeit dar, die angebotenen Leistungen des fairness Kaufhauses und die durch sie verursachten positiven wie auch negativen Auswirkungen zu bewerten und zu kommunizieren. Der Social Return on Investment ist eine wesentliche Ergänzung der Buchhaltung und Accountability sowie des Marketings der gemeinnützigen Organisation. Entsprechend befasste sich die Gruppe mit folgenden Fragestellungen:

Wie kann der Social Return on Investment für das fairness Kaufhaus berechnet werden? Inwieweit kann dieser genutzt werden, um mögliche Förderungen zu erhalten? Welchen Mehrwert kann er dem fairness Kaufhaus sowie unterschiedlichen Anspruchsgruppen darüber hinaus stiften?

 

Die zweite Service Learning-Gruppe entwickelte ein Kooperationskonzept für das fairness-Kaufhaus, in dem sie detailliert herausstellte, welche Organisationen, Institutionen und Unternehmen potenzielle Kooperationspartner sein könnten. Das Kooperationskonzept dient als Werkzeug zur Querfinanzierung des gemeinnützigen und ideellen Zwecks der Organisation. Es betrifft somit den wichtigsten Geschäftsbereich des fairness Kaufhauses, der auch für die künftigen Möglichkeiten der Organisation bedeutend ist. Hier wird entschieden, welche Partnerschaften und Kooperationen eingegangen werden können, um wirkungs- und sinnvolle Services, Projekte und Veranstaltungen finanzieren zu können und welche Realisierungsmöglichkeiten die Organisation hat.

Die Gruppe befasste sich mit folgenden Fragestellungen: Welche Organisationen und Unternehmen sind potenzielle Kooperationspartner des fairness Kaufhauses? Wie kann sich das fairness Kaufhaus als professionelle gemeinnützige Organisation präsentieren, so dass ein tragfähiges Kooperationskonzept entsteht, das eine langfristige und nachhaltige Bindung und Zusammenarbeit zwischen dem fairness Kaufhaus und ihren Nutznießern, Geldgebern und Kunden ermöglicht? Maßgabe war es, dass die Organisation flexibel bleibt, um auf neue Bedürfnisse der Zielgruppen reagieren zu können.

 

Impression der Abschlusspräsentation

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